Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Meine Meinung zum Buch

Sommerferien bedeuten für mich vor allem ganz viel Zeit zum Lesen. Im Alltagsleben komme ich kaum dazu. Hörbücher sind dann meine ideale Lösung. Nun endlich wieder ein Buch in den Händen zu halten und mal wieder richtig zu lesen, ist das Schönste für mich.

Da wir in diesen Sommerferien viel unterwegs sind, habe ich bisher erst ein Buch gelesen. Ich finde es aber sehr gut und möchte euch hier kurz darüber informieren, was euch erwartet.

Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Anregung zu Achtsamkeit

Ich stelle euch das Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ von Frank Berzbach vor. Das Buch habe ich nun zum dritten Mal gelesen. Es lehrt kreativen Menschen den Umgang mit dem „Daily Life“. Es geht auf verschiedene Alltagsituationen ein, die es im Leben eines kreativen Menschen zu meistern gilt. Das Buch basiert auf Zen, eine Philosophie und Psychologie. Es gibt Anregungen, wie man das Leben besser leben kann. Unter anderem rät der Autor zum Meditieren und Tee trinken. Dies hört sich im ersten Moment vielleicht simpel an. In diesem Buch bekommt das Leben eines jeden Kreativen jedoch eine tiefere Bedeutung.

Inhalt

Das Leben als Atelier

In diesem ersten Kapitel geht der Autor auf die Frustrationen der kreativen Menschen im Alltagsleben ein. Der Alltag erscheint oft als zu normal, was kreative Menschen nicht gerne mögen. Kleine Alltagsaktivitäten wie die Haushaltsführung erscheinen den Kreativen als Fremdbestimmung.

Der Autor greift zur Lösung dieses „Daily Struggle“ auf den Buddhismus zurück, da der Zen auch „die Religion der alltäglichen Dinge“ genannt wird. Demnach werden Tätigkeiten nur zur Qual, wenn wir sie als Hindernis auf dem Weg zu etwas anderem sehen. Das Buch rät, auch kleine Tätigkeiten wie den Abwasch, das Frühstück oder den Weg zur Busstation zu geniessen. Nur wer auch diese kleinen Alltagsmomente schätzt, kann wirklich in Frieden leben und seine Kreativität fördern.

„Die Küche zu reinigen bedeutet, den Geist zu reinigen (…) In unserem Leben ist es genauso. So, wie wir beim Kochen zuerst die Küche aufräumen und reinigen, sollten wir uns auch bemühen, am Anfang eines Tages in unserem Geist Klarheit zu schaffen“ – Bernard Glassmann

Die Kunst zu arbeiten

Durchhaltevermögen zeigen, auch wenn das Geld knapp wird, ist ein Grundsatz für Kreativschaffende. Dafür sind sie frei und selbstbestimmt in der Arbeit. Sie sehen Arbeit als Lebenszeit, nicht als Leidenszeit. Bei Kreativen unterscheidet sich die Arbeit nicht von der Freizeit. Freiheit statt Freizeit, heisst die Devise. Die in der heutigen Zeit so sehr gehypte Work-Life-Balance wird kritisiert. Denn statt Arbeit und Freizeit in zwei Waagschalen zu legen – eine Waagschale mit Freiheit und die andere mit Zwang – sollte bei der Kreativität, die zur Lebensform wird, die Arbeit als Bestandteil des Lebens angesehen werden.

„Wir arbeiten gerne und mit weniger Erschöpfung, wenn wir sinnvoll finden, was wir tun“ – Frank Berzbach

Eine weitere Aussage dieses Kapitels ist, dass wir uns durch nichts aufhalten lassen dürfen. Wir können das Leben nicht kontrollieren und Störungen während eines Arbeitsprozesses können wir nicht vermeiden. „Das Leben ist frustrierend“, besagt Buddha. Daher sollten wir immer Abstand halten zu dem, was wir gerade tun.

„Wenn wir die Arbeiten einrahmen und unsere verschiedenen Rollen bewusst annehmen, dann ordnet das unser Kopf.“ – Frank Berzbach

Und zum Schluss noch eine für mich sehr wichtige Aussage dieses Kapitels. Das Buch rät ein eigenes Zimmer für die Kreativität zu haben. Grossraumbüros mindern die Kreativität und stören den kreativen Menschen beim Kreieren.

Kreativität ist eine stille Angelegenheit

Allein und still zu sein widerspricht unserer heutigen Gesellschaft. Doch um Kreativität entstehen zu lassen, braucht es genau dieses Alleinsein und die Stille.

„Stille auszuhalten, fördert die Konzentrationsfähigkeit.“– Frank Berzbach

Viele von uns haben das Allein- und Stillsein verlernt. Wenn wir alleine sind, kreisen im Kopf die wildesten Gedanken. Und so entsteht nur schwierig etwas Kreatives. In diesem Kapitel wird daher zur Achtsamkeit angeregt und zur Meditation geraten.

Zudem sollten wir wieder erlernen, das Leben achtsamer zu leben. Achtsamkeit ist ein Trendbegriff, der vor allem dazu rät, unserem Körper wieder mehr Aufmerksamkeit zu geben. In sich hineinhören und den Körper zu respektieren, ohne sich dabei mit ständigen Warum- und Wieso-Fragen zu quälen.

„Unser Kopf ist in der Lage, die schönste Situation zu verderben.“ – Frank Berzbach

Leben und Leiden

„Gehirne von Kreativen haben eine erhöhte Anfälligkeit für Verzweiflung, da sie pausenlos Probleme mit höchster Komplexität lösen.“ – Frank Berzbach

Unzufriedenheit und schlechte Gefühle gehören zum Leben mit dazu. Wir werden immer freier und dadurch sind wir gezwungen, ein Leben lang eine Vielzahl an Entscheidungen zu treffen. Dieser ständige Zwang zu entscheiden, wer wir sind, erschöpft uns. Wir nehmen uns zu wichtig, was uns gleichzeitig traurig macht. Dieses Kapitel widmet sich diesen negativen Gedanken und zeigt auf, dass wir oft das zur Wahrheit machen, was wir uns selber in unseren Köpfen zusammengesponnen haben, anstatt den Tatsachen ins Auge zu blicken.

Auch auf Depressionen geht der Autor kurz ein und trennt sie ganz klar von der alltäglichen Traurigkeit ab.

Kreativität und Spiritualität

Mit Meditation zum glücklichen Leben: In diesem Teil des Buches sind die Ratschläge für ein kreatives und zufriedenes Leben versteckt. Meditieren wird dabei immer wieder erwähnt und es werden die Vorteile davon erläutert. Zudem können laut dem Buch Ärger, Frustration und Wut auch durch falsche Ernährung ausgelöst werden – dies vor allem durch das Verspeisen von Tieren, die vor ihrem Tode gelitten haben.

Die eigene Wahrnehmung soll gestärkt werden, auch wenn dies nicht immer mit der Meinung von der Aussenwelt übereinstimmt.

Dieses Kapitel ist meiner Meinung nach das Wichtigste im ganzen Buch, da es so viele gute Informationen enthält. Die Theorien aus den vorangegangenen Kapiteln fliessen zusammen und zahlreiche gute Schlussfolgerungen werden getroffen. Hier meine fünf liebsten Zitate:

„Wenn Menschen schöne Produkte herstellen sollen, müssen sie an einem schönen Ort leben (…) Habe nichts im Hause, von dem du nicht weißt, ob es nützlich ist, und nicht, von dem du nicht glaubst, dass es schön sei.“ – W.MORRIS

„Eine Idee, die aus mangelnden Fähigkeiten nicht umgesetzt werden kann, ist wertlos. Das Können entscheidet darüber, was tatsächlich entsteht und was nur ein Hirngespinst bleibt.“ – Frank Berzbach

„Zuerst sollten wir die Probleme erkennen. Dann sollten wir sie nicht bewerten! Und schliesslich sollten wir handeln und etwas verändern. Erkennen – nicht bewerten – ändern!“ – Ayya Khema

„Selbst wenn Sie auf einen Kollegen treffen, der Sie wild beschimpft, dann sagt das vor allem etwas über diesen wütenden Menschen, aber nichts über Sie. Da war ein Mensch mit viel Wut und Sie standen in seiner Schusslinie. Mehr nicht. All diese westlichen Phänomene machen nur gerade Halt bei Ihnen. Morgen sind sie schon woanders.“ – Frank Berzbach

Vielleicht fehlt den einfachen Dingen, die seit Jahrtausenden praktiziert werden, die Coolness“ – Frank Berzbach

Eine Schale Tee

Mit dem Kapitel „Eine Schale Tee“ fordert der Autor die Leser auf, öfters eine Pause einzulegen. Pausen werden in der modernen Gesellschaft nicht mehr gerne gesehen oder werden ganz gestrichen. Die Zubereitung und das Geniessen einer Tasse Tee stellte eine ideale Pause dar, in der man sich gar keine Gedanken machen soll, die nichts mit dem Tee zu tun haben.

„Wasser kochen, Tee bereiten und ihn trinken. Nichts sonst“ – Sen No Rikyu

Fazit zum Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“

Das Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ ist eine Sammlung aus tollen Techniken und interessanten Gedanken, die dem kreativen Menschen das Leben schöner machen und bereichern können. Auch beim dritten Mal lesen konnte ich neue Inputs gewinnen. Es regt zum Denken an, zeigt interessante Ansichten und einen Einblick in die Welt des Zen und des Buddhismus.

„Ich empfehle das Buch jedem, der sich gerne mit seinem Leben auseinandersetzt. Jeder kreative Mensch wird sich in der einen oder anderen Situation wiederfinden.“

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